Nach der Lipödem Behandlung
Nach einer Lipödem-Behandlung ist eine gezielte Nachsorge entscheidend für den langfristigen Erfolg und Ihr Wohlbefinden. Im Lipocentrum Westfalen stimmen wir die Nachbehandlung individuell auf Sie ab – von der Kompressionstherapie über Hautpflege bis hin zu ernährungsmedizinischer Begleitung. So unterstützen wir Sie optimal auf Ihrem Weg zur nachhaltigen Besserung.
Nachbehandlung eines Lipödems
Gibt es eine spezielle Nachbehandlung nach der Liposuktion beim Lipödem?
Im Lipocentrum Westfalen haben wir verschiedene Nachbehandlungsschemata, die individuell auf Sie abgestimmt werden. Welche Methode bei Ihnen angewendet wird, besprechen wir ausführlich in einem persönlichen Beratungsgespräch. Nach einer Liposuktion ist es auf jeden Fall wichtig, eine Kompressionstherapie durchzuführen. Für Oberschenkel und Arme empfehlen wir in den meisten Fällen, Kompressionskleidung über einen Zeitraum von sechs Wochen zu tragen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Bei den Unterschenkeln kann es in einigen Fällen notwendig sein, die Kompressionswäsche für bis zu zwölf Wochen zu nutzen, damit sich die Haut optimal an die Knöchel anpasst.
Bei leichtem Hautüberschuss raten wir zusätzlich zur Anwendung von Dermarollern, um die Kollagenbildung im Unterhautfettgewebe zu fördern. Diese Behandlung kann nach einer entsprechenden Anleitung problemlos zu Hause durchgeführt werden. In bestimmten Fällen erscheint auch eine ernährungsmedizinische Nachbehandlung sinnvoll. Sie kann helfen, eine rasche Gewichtszunahme zu vermeiden und den Erfolg der Liposuktion langfristig zu sichern. Das Lipocentrum Westfalen arbeitet hierfür mit erfahrenen Ernährungsmedizinern zusammen, die mit wissenschaftlich fundierten Ansätzen unterstützen können.
Kann das Fett oder das Lipödem an den abgesaugten Stellen wiederkommen?
In der Regel sehen wir an den abgesaugten Arealen nur sehr selten eine erneute Fettvermehrung. Durch die Liposuktion werden Fettzellen (Adipozyten) abgesaugt und die Fettschicht wird verkleinert. Da aber immer eine Fettschicht und somit auch Fettzellen belassen werden, können diese bei einer starken Gewichtszunahme (Kalorienüberschuss) prinzipiell auch zu einer erneuten Vermehrung (Proliferation) und zum Wachstum angeregt werden. Beim Lipödem können es in manchen Umständen aber auch hormonelle Veränderungen sein, die zu einem sogenannten Rezidiv des Lipödems führen können.
Kann man beim Lipödem die Fettschicht stark ausdünnen, damit es nicht zu einer erneuten Fettvermehrung (Rezidiv) kommt?
Da wir leider beim Lipödem keinerlei Langzeitstudien haben, können wir noch nicht einschätzen, wie häufig Rezidive nach Liposuktionen in Zukunft sein werden und welche Faktoren sie beeinflussen. Es ist aber essenziell, dass eine ausreichende Fettschicht belassen wird. Wie dick die belassene Fettschicht hierbei sein wird, hängt von mehreren Faktoren ab (Körperregion, Hautdicke, Durchblutung etc.), die wir Ihnen beim Beratungsgespräch näher erläutern werden. Von zu radikalen Liposuktionen sollte man Abstand nehmen, da sie zum einen das postoperative Risiko für Wundheilungsstörungen und Nekrosen (Absterben der Haut) deutlich erhöhen, und zum anderen auch zu gravierenden Langzeitfolgen (z.B. schmerzhafte Narben, Bewegungseinschränkungen, etc.) führen können.
Einfluss von Ernährung und Sport
Kann eine Abnahme des Körpergewichts die Lipödembeschwerden verbessern?
Eine Gewichtsreduktion kann prinzipiell dazu beitragen, die Beschwerden des Lipödems zu lindern (28). Dennoch beobachten wir in unserer Lipödemsprechstunde häufig Patientinnen, die trotz intensiver diätetischer Maßnahmen und regelmäßiger Bewegung keine Gewichtsabnahme an den betroffenen Arealen erzielen können. Diese Resistenz des Lipödemfetts gegenüber Gewichtsverlust, insbesondere an Armen und Beinen, wird auch in der medizinischen Literatur beschrieben (1, 15, 29). In fortgeschrittenen Stadien erschweren die schweren und schmerzempfindlichen Beine die körperliche Aktivität erheblich. Aktivitäten wie Laufen, Radfahren oder Spaziergänge sind oft mit Schmerzen verbunden oder durch mechanische Einschränkungen kaum möglich. Dadurch wird es zusätzlich schwierig, das Körpergewicht zu stabilisieren oder zu reduzieren. Genau an diesem Punkt kann eine Liposuktion helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Sie reduziert die Schmerzen in den Beinen, wodurch die Betroffenen sich wieder mehr bewegen können. Dies wiederum unterstützt die Stabilisierung des Körpergewichts.
Kann Sport das Lipödem oder das Hautbild beeinflussen?
Sport hat einen unbestreitbaren positiven Effekt auf den gesamten Körper und die Psyche. Es hilft bei der Stabilisierung des Körpergewichtes, hat aber bei den meisten Betroffenen nur einen begrenzten Effekt auf das Hautbild und die Dysproportionalität zwischen Armen/Beinen und Körperstamm. Oftmals ist eine regelmäßige, sportliche Betätigung bei Lipödempatientinnen auch nur unter Schmerzen möglich. Viele Betroffene gehen gerne Schwimmen, da sie hierbei die geringsten Beschwerden verspüren.
Welche Rolle spielt die Ernährung beim Lipödem?
Bisher wissen wir nur sehr wenig über die Rolle der Ernährung beim Lipödem. Es gibt keine ausführlichen wissenschaftlichen Untersuchungen oder Studien, die sich diesem Thema bisher in angemessener Weise gewidmet haben. Unser Wissen beschränkt sich daher nur auf Expertenmeinungen, die eine isoglykämische Ernährung empfehlen. Letztendlich sollen dadurch hohe Blutzuckerspiegel und somit auch Insulinspitzen vermieden werden, die das Hungergefühl sonst verstärken würden. Daher werden Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, wie Weißbrot, Kartoffeln oder Softdrinks nicht empfohlen. Eine Beurteilung der Lebensmittel mithilfe des glykämischen Index ist dank ausführlicher Tabellen im Internet oder Apps mittlerweile einfach durchzuführen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein sehr komplexes Feld und insbesondere nach Liposuktionen sollte eine schnelle Gewichtszunahme vermieden werden. Deshalb arbeiten wir mit renommierten Ernährungsmedizinern zusammen, die Sie dabei unterstützen können.
Gibt es beim Lipödem Mangelzustände an Vitaminen oder Mineralien?
Bisher gibt es keine Studien, die Lipödempatientinnen hierauf untersucht hätten. Echte Mangelzustände sind allerdings bei normaler Ernährung sehr selten. Ebenfalls sollte bei diesem wichtigen Thema auch keine Pauschalisierung erfolgen. Die Betroffenen müssen hier individuell untersucht und beraten werden. Insbesondere sollte man bei teuren Vitaminpräparaten aufpassen, die angeblich speziell für das Lipödem entwickelt wurden. Wie bereits erwähnt gibt es hierzu keinerlei verlässlichen wissenschaftliche Studien. Daher wissen wir auch nicht, ob und welche Vitamine oder Mineralien supplementiert werden müssen. Gerne können wir sie diesbezüglich in unserer Sprechstunde näher informieren.
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