Lipödem Behandlung
Die Lipödem Behandlung durch eine Liposuktion, Entfernung von überschüssigem Fett, kann medizinisch notwendig sein, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden und Folgeerkrankungen wie z. B. Fehlstellung der Kniegelenke u.ä. vorzubeugen.
Behandlung des Lipödems
Wann sollte eine Liposuktion beim Lipödem erwogen werden?
Die Behandlung des Lipödems richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und dem Stadium der Erkrankung. Während konservative Maßnahmen wie Kompression und Lymphdrainage zur Symptomlinderung beitragen können, stellt die Liposuktion derzeit die einzige Möglichkeit dar, das krankhafte Fettgewebe dauerhaft zu entfernen. Entscheidend für den Behandlungserfolg sind eine präzise Diagnostik, eine sorgfältige Operationsplanung und die Durchführung durch erfahrene Fachärzte. Ziel ist eine nachhaltige Reduktion der Beschwerden und eine Verbesserung der Beweglichkeit und Lebensqualität. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts und eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten sind zentrale Bestandteile des therapeutischen Vorgehens.
Lindert die Liposuktion beim Lipödem die Beschwerden? Wie nachhaltig ist die Beschwerdelinderung?
Auf Grundlage unserer über 30-jährigen Erfahrung zeigt sich, dass die Liposuktion bei den meisten Patientinnen eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirkt. Diese Erkenntnis wird mittlerweile durch zahlreiche retrospektive Studien gestützt (1, 18–26). Beispielsweise untersuchte eine 2021 in den USA veröffentlichte Studie 148 Patientinnen mit Lipödem in unterschiedlichen Stadien. Drei Monate nach der Liposuktion wurden sie befragt, wie sich ihr Zustand verändert hat. Die Ergebnisse zeigten, dass 84 Prozent der Patientinnen eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensqualität angaben. Zudem berichteten 86 Prozent von einer deutlichen Schmerzreduktion (21).
Obwohl das Lipödem durch die Liposuktion nicht geheilt werden kann, ist die Behandlung dennoch sehr effektiv bei der Reduktion der Beschwerden. Was die langfristige Wirkung betrifft, konnte eine deutsche Studie aus Lübeck an 60 Patientinnen nachweisen, dass der schmerzlindernde Effekt auch noch 12 Jahre nach der Liposuktion anhielt (25). Diese Langzeitergebnisse decken sich mit unseren eigenen Beobachtungen.
Warum die Liposuktion beim Lipödem zunehmend anerkannt wird – und wo weiterhin Hürden bestehen
Die Liposuktion beim Lipödem war über viele Jahre keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, trotz zahlreicher positiver Erfahrungsberichte und retrospektiver Studien. Diese Studien konnten zwar den subjektiven Nutzen für Patientinnen zeigen, genügten aber nicht den methodischen Anforderungen für eine GKV-weite Leistungsaufnahme.
Mit der 2021 gestarteten prospektiven LIPLEG-Studie (NCT04272827) liegt nun erstmals vergleichende Evidenz zwischen konservativer Therapie und Liposuktion vor. Auf dieser Grundlage hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juli 2025 entschieden, die Liposuktion beim Lipödem der Stadien I bis III unter bestimmten Voraussetzungen als Kassenleistung anzuerkennen.
Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt – aber sie bedeutet keine generelle Freigabe. Viele Patientinnen bleiben weiterhin ausgeschlossen, etwa bei unklarer Stadieneinteilung, gemischten Befundlagen oder fortgeschrittenem Lipödem mit zusätzlichen Begleiterkrankungen. Auch die konkrete Umsetzung im Kassensystem wird Zeit in Anspruch nehmen.
Die medizinische und gesellschaftliche Anerkennung der Liposuktion entwickelt sich damit weiter – in die Richtung, die viele Fachärzte seit Jahrzehnten fordern und bereits erfolgreich praktizieren.
Welche Liposuktionstechnik ist bei der Behandlung des Lipödems besser geeignet? Die Vibrations-assistierte Technik oder die Wasserstrahl-assistierte Technik?
Dr. Lüerßen und Prof. Dr. Harati haben in ihrer Laufbahn beide Techniken über mehrere Jahre erfolgreich beim Lipödem eingesetzt und kennen somit alle Vor- und Nachteile beider Techniken. Zusammenfassend kann man sagen, dass in erfahrenen Händen mithilfe beider Techniken größere Fettmengen sicher und schonend abgesaugt werden können. Die Wasserstrahl-assistierte Technik (water-jet-assisted liposuction, WAL) hat hierbei den Vorteil, dass sie schneller als die Vibrations-assistierte Technik (power-assisted liposuction; PAL) ist und somit OP-Zeit und auch Kosten reduziert werden können. Aufgrund der integrierten Wasserdüsen sind die WAL-Kanülen allerdings dicker als die PAL-Kanülen, weswegen feinere Konturarbeiten (z. B. am Knie und den Knöcheln) erschwert werden. Im Lipocentrum Westfalen in Münster wenden wir vor allem die Vibrations-assistierte Technik an. Bei allen Lipödemstadien haben wir hier sehr gute Erfahrungen mit der SAFE-Liposuktion machen können, da hier eine sehr gute Konturierung der Arme und Beine möglich ist.
Was sind die Vorteile der SAFE-Liposuktion beim Lipödem?
Die SAFE-Liposuktion kann insbesondere bei Patientinnen mit Lipödem in den Stadien I und II helfen, ein ästhetisches und natürlich geformtes Ergebnis zu erreichen. Zwar steht bei der Behandlung die Linderung der Beschwerden im Vordergrund, doch eine Kombination aus effektiver Therapie und ästhetischen Ergebnissen ist durchaus möglich, wenn die plastisch-ästhetischen Techniken korrekt angewendet werden.
Aus unserer Erfahrung wird der Wunsch vieler Patientinnen nach einer optisch ansprechenden Kontur der Arme und Beine oft vernachlässigt. Häufig wird die Liposuktion auf das reine Absaugen des erkrankten Fettgewebes reduziert, und es wird erklärt, dass ästhetische Ergebnisse aufgrund des Lipödems nicht erreichbar seien. Diese Meinung teilen wir nicht. Besonders in den frühen Stadien des Lipödems und bei guter Rückbildungsfähigkeit der Haut können ästhetisch ansprechende Ergebnisse erzielt werden.
Als ausgebildete und erfahrene plastische Chirurgen setzen wir gezielt Techniken des Bodycontouring ein, darunter die SAFE-Liposuktion, um sowohl die Symptome des Lipödems zu lindern als auch ästhetisch zufriedenstellende Ergebnisse zu erreichen.
Was kann man bei zusätzlich erschlaffter Haut machen?
Das hängt von der Lokalisation und der Ausprägung des Hautüberschusses ab. Bei starker Ausprägung müssen sogenannte Straffungsoperationen zum Einsatz kommen. Bei kleinerem Hautüberschuss oder delliger Haut kann auch eine Straffung mittels Laser (biolitec) in Erwägung gezogen werden. Hierbei wird unmittelbar nach der Vibrations-assistierten Liposuktion eine Lichtleitfaser über die bestehenden Einstiche unter die Haut gebracht. Durch eine kontrollierte und punktgenaue Emission von Laserenergie wird das Bindegewebe der Unterhaut zur Neubildung von Kollagenfasern angeregt, was zu einem Straffungseffekt führt. Da hier thermische Energie bzw. Hitze erzeugt wird, gilt hier besondere Vorsicht, um keine Verbrennungen zu erzeugen. Allerdings ist der Laser unter den „hitzeerzeugenden“ Geräten aus unserer Sicht das am besten zu kontrollierende Gerät.
Muss die Liposuktion beim Lipödem in Vollnarkose erfolgen?
Das hängt davon ab, welche Areale behandelt werden und wie umfangreich die Liposuktion sein wird. Beim Lipödem an den Beinen muss in der Regel viel Fettgewebe abgesaugt werden und da das Fett auch aus den tiefen Fettschichten entfernt werden muss, kann die Muskelhaut (Faszie), die sehr schmerzempfindlich ist, während der Liposuktion gereizt werden. Daher wird bei der Liposuktion des Lipödems an den Beinen meistens eine Vollnarkose empfohlen. Allerdings ist in manchen Fällen auch eine Operation unter Dämmerschlaf, also ohne Vollnarkose, möglich. Natürlich spielen bei der Wahl der Anästhesie auch andere Faktoren, wie z. B. die medizinische Vorgeschichte und eventuelle Vorerkrankungen, eine Rolle. In einem persönlichen Beratungsgespräch können wir Ihnen genau mitteilen, welche Methode bei Ihnen zum Einsatz kommt.
Ablauf einer Liposuktion
Wie wird die Liposuktion durchgeführt?
Die Behandlung erfolgt mit einer vibrierenden Mikrokanüle durch komplettes Absaugen der kranken Areale. Abgesaugt werden die Lymphbahnen schonend mit streng axialer Kanülenführung. Anschließend muss nach der Liposuktion auch das verbliebene umliegende Fett in der oberen und tiefen Schicht verteilt werden, um den Lymphfluss wieder zu optimieren.
Auch nach der OP ist eine manuelle Lymphdrainage und die Kompression notwendig, um schnell Schwellungen abklingen zu lassen.
Gibt es Komplikationen bei einer Liposuktion?
Kein operativer Eingriff ist ohne Risiko. Vereinzelt kann es trotz erhöhter und größter Sorgfalt bei einer Behandlung bzw. Operation doch vereinzelt zu Komplikationen kommen. Allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen, Wundheilungsstörungen, Thrombose etc. werden genannt.
Andere Risiken wie Schwellungen und Blutergüsse, Hämatome und Taubheitsgefühle treten auf. Die Einstichstellen hinterlassen kleinste Narben.
In einem persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patientin werden ausführlich alle Möglichkeiten, Chancen, Ziele und Risiken eines solchen Eingriffs besprochen.
Wer führt diese Behandlung durch?
Im Lipocentrum Westfalen wird die Behandlung ausschließlich von erfahrenen Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt.
Prof. Dr. med. Kamran Harati und Dr. med. Wolf Lüerßen verfügen über langjährige operative Erfahrung und eine fundierte Spezialisierung in der plastisch-ästhetischen Chirurgie.
Gerade bei der Behandlung des Lipödems ist es entscheidend, dass nicht nur die medizinische Sicherheit im Vordergrund steht, sondern auch ein ästhetisch ausgewogenes Ergebnis erzielt wird.
Beide Fachärzte haben die Liposuktion von Grund auf gelernt und beherrschen die feinen Unterschiede, die bei Lipödem-Patientinnen besonders wichtig sind. Sie verbinden präzises chirurgisches Können mit einem tiefen Verständnis für Körperform und Ästhetik – für ein sicheres, nachhaltiges und harmonisches Ergebnis.
Kostenübernahme der Liposuktion bei Lipödem
(Stand: Juli 2025)
Privatversicherte Patientinnen (PKV)
Wenn Sie privat krankenversichert sind, kann die Kostenübernahme für eine Liposuktion bei Lipödem im Einzelfall durch Ihre Versicherung erfolgen. Dabei gelten folgende Punkte:
– Die Liposuktion gilt in vielen Fällen als medizinisch notwendige Maßnahme zur Linderung der Beschwerden.
– Die Entscheidung über die Kostenübernahme liegt bei Ihrer privaten Krankenversicherung und hängt von den jeweiligen Tarifbedingungen ab.
Einige Versicherungen übernehmen die Kosten vollständig, andere verlangen eine anteilige Zuzahlung.
Hinweis: Beihilfeberechtigte und Zusatzversicherte (z. B. Lehrerinnen, Polizeibeamtinnen) sollten vorab mit ihrer Stelle oder Versicherung Rücksprache halten.
Auch als Selbstzahlerin können Sie die Behandlung bei uns in Anspruch nehmen. Der Preis pro Liposuktion liegt – je nach Ausdehnung, Technik und Aufwand – in der Regel zwischen 4.000 und 8.000 €. In den meisten Fällen sind 1 bis 4 Eingriffe notwendig, abhängig vom individuellen Befund und den anatomischen Gegebenheiten. Wir erstellen für Sie einen individuellen Behandlungs- und Kostenplan im Rahmen des Beratungsgesprächs.
Gesetzlich Versicherte (GKV)
Seit dem 17.07.2025 gilt die Liposuktion bei Lipödem grundsätzlich als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die praktische Umsetzung steht jedoch noch am Anfang.
– Unsere Klinik ist rein privatärztlich geführt – eine direkte Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen ist bei uns daher nicht möglich.
– Wenn Sie gesetzlich versichert sind, bieten wir Ihnen die Liposuktion als Selbstzahlerin an, auf Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Bitte beachten Sie: Eine spätere Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel ausgeschlossen. Die GKV übernimmt die Kosten nur bei Behandlung in entsprechend zugelassenen Strukturen.
Ihre Vorteile bei uns
- zeitnahe Terminvergabe und individuelle Planung
- persönliche ärztliche Betreuung durch Professor Dr. Harati und Dr. Lüerßen
- höchste OP-Standards in unserer spezialisierten Klinik
- erfahrenes Ärzteteam mit langjähriger Lipödem-Expertise
- moderne, schonende Techniken
- ruhiges und diskretes Umfeld
Kontakt
Bei Fragen zur Kostenübernahme oder zu den nächsten Schritten beraten wir Sie gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns telefonisch oder über unser Kontaktformular, um einen individuellen Beratungstermin zu vereinbaren.
Fazit
Das Lipödem gehört mit zu den verkanntesten Erkrankungen – selbst viele Ärzte haben mit der Diagnose der Fettverteilungsstörung Schwierigkeiten.
Dabei ist es so wichtig, möglichst früh mit einer Behandlung zu beginnen. Es gibt bisher leider keine Heilung für ein Lipödem. Erkennbar ist es durch Schmerzen, Druckempfindlichkeit und die symmetrische Volumenzunahme der Gliedmaßen, meist der Beine. Begonnen wird oft mit einer konventionellen Therapie aus Kompressionsversorgung und Lymphdrainage. Ist die Erkrankung fortgeschritten, hilft oft eine Liposuktion, damit die Patientin wieder aktiv am Leben teilhaben kann. Doch kann bereits ohne den zu erwartenden langen Leidensweg auf sich zu nehmen, in einem frühen Stadium eine Liposuktion (Fettabsaugung) als Behandlung in Frage kommen. Jedoch wird die medizinische Fettabsaugung zum Großteil nicht von der Krankenkasse übernommen.
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